Lift-off-Oversteer ist Übersteuern, das beim Gaswegnehmen in der Kurve entsteht, weil Last auf die Vorderachse wandert und das entlastete Heck zu rutschen beginnt.
Wie entsteht Lift-off-Oversteer?
Die Ursache ist die Radlastverlagerung bei Gaswegnahme. Der Ablauf in vier Schritten:
- Du nimmst in der Kurve Gas weg.
- Das Auto verzögert und die Vorderachse wird stärker belastet.
- Die Hinterachse verliert Radlast und damit Seitenführung.
- Es entsteht ein eindrehendes Giermoment, der gefahrene Radius wird kleiner.
Wikipedia nennt als Einflussfaktoren Motorschleppmoment und Getriebeübersetzung, Radstand und Schwerpunkt, Federung und Dämpfung sowie die Reifen.
Davon unterscheidet sich das Leistungsübersteuern: Dort entsteht die Rutschbewegung durch zu viel Gas, nicht durch Gaswegnahme. Die Gegenmaßnahme ist umgekehrt, weniger Gas statt mehr.
Was bedeutet das in der Praxis?
Das klassische Beispiel: Du erschrickst in einer schnellen Kurve, hebst abrupt den Fuß und das Heck dreht ein. Besser ist, das Gas gleichmäßig zu lösen. Die Last wandert dann sanft nach vorn.
Auch das Setup hilft. In Rennwagen sind laut Wikipedia 1,5-Wege-Differentiale verbreitet, deren starkes Sperrmoment im Schub die Stabilität unterstützen kann. Bei Bremsmanövern gilt dasselbe Prinzip: Löse die Bremse langsam, statt sie loszulassen.
Erfahrene Fahrer nutzen den Effekt gezielt: Ein kurzes Lupfen am Kurveneingang dreht das Auto ein, weil das Heck entlastet wird. Das gelingt nur mit sauberer Gasdosierung. Serienautos dämpfen die Reaktion laut Wikipedia mit Motorsteuerung und ESP.
Je stärker du in der Kurve bremst, desto größer ist die Lastverlagerung nach vorn. Bremse deshalb vor dem Einlenken ausreichend und löse die Bremse gleichmäßig.
Verwandte Begriffe: Übersteuern, Trail-Braking, Differential. Für feine Gasdosierung lohnt der Blick auf Sim-Racing-Pedale.
