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Warum Grafik im SimRacing mehr ist als nur hübsch anzusehen

Wenn du ein neues SimRacing-Spiel startest, ist der erste Eindruck oft visuell: die Lichter im Dunkeln, der Glanz auf der Karosserie, Reflexionen am Asphalt, das Geräusch des Motors – und wie scharf all das dem Auge präsentiert wird. Doch in einem Rennsimulation-Kontext geht Grafik weit über hübsche Kulissen hinaus: Sie beeinflusst Immersion, Wahrnehmung von Geschwindigkeit, Feedback und sogar deine Reaktionsfähigkeit. Ein zu unscharfes Bild, Screen-Tearing oder schlechte Schatten können dich aus dem Rhythmus bringen – selbst wenn das Fahrmodell top ist.

In diesem Artikel ziehe ich einen umfassenden Grafikvergleich der Top-Sims, um herauszufinden, welche Simulation grafisch wie gut abschneidet – und wo Kompromisse gemacht werden. Wir vergleichen Aspekte wie Beleuchtung, Reflexionen, Texturen, Post-Processing, Wetter- & Partikeleffekte, Performance-Aspekte und die Balance zwischen Grafikqualität und spielbarer Framerate. Am Ende bekommst du einen Leitfaden, worauf du beim Grafikeindruck eines SimRacers achten solltest – und wie du das Maximum aus deinen Einstellungen herausholst.


Welche Top-Sims kommen infrage für den Grafikvergleich?

Bevor wir direkt in die Details einsteigen, schauen wir, welche Simulationen sich lohnen, in einem Grafikvergleich gegenübergestellt zu werden. Ich nehme typischerweise:

Diese Auswahl deckt sowohl hochrealistische Rennsimulationen als auch Titel ab, die grafisch ambitioniert sind oder viele Effekte nutzen. In manchen Fällen ist die Grafik nicht der primäre Fokus des Sim-Rennspiels – aber gerade das macht den Vergleich spannend.


Wichtige Kriterien im Grafikvergleich SimRacing

Damit der Vergleich fair und nachvollziehbar ist, vergleichen wir anhand definierter Aspekte:

  1. Beleuchtung & Schattenmodellierung
  2. Reflexionen, Glanz & Umgebungsreflektionen
  3. Texturqualität & Detaillierungsgrad
  4. Post-Processing & Bildfilter
  5. Anti-Aliasing & Kantenglättung
  6. Wetter, Partikeleffekte & Umgebungsdetails
  7. Welt- & Streckenobjekte, Hintergrunddetails
  8. Performance & Framerate-Grafik-Balance
  9. Skalierbarkeit & Grafikeinstellungen
  10. Raytracing / moderne Grafikeffekte (falls vorhanden)

Jeder dieser Punkte beeinflusst deinen subjektiven Eindruck. Im nächsten Teil gehen wir durch die einzelnen Aspekte und vergleichen, wie die großen Sims sich in ihnen positionieren.


Beleuchtung & Schattenmodellierung

Warum Beleuchtung so entscheidend ist

Die Beleuchtung („Lighting“) bestimmt, wie realistisch dein Auge die Szene wahrnimmt: Lichteinfall, Schattenwurf, Übergänge zwischen Hell & Dunkel, indirektes Licht – all das trägt enorm zur Tiefenwahrnehmung bei. Ein gutes Lichtmodell lässt Autos plastisch erscheinen, hebt Details wie Reliefstruktur im Asphalt hervor und erzeugt echte Atmosphäre.

Vergleich der Sims

Fazit Beleuchtung: In einem reinen Licht-Schatten-Vergleich erzielt meist Project CARS oder ACC vorn, iRacing liefert solide, verlässliche Beleuchtung statt Effekthascherei, während AC Evo und rFactor 2 stark anpassbar sind.


Reflexionen & Umgebungsreflektionen

Reflexionen auf der Karosserie, dem Asphalt, Fenstern oder metallischen Oberflächen sind ein wichtiger visueller Faktor. Hier unterscheiden sich die Sims oft drastisch.


Texturqualität & Detailtiefe

Texturen – das ist, was du siehst, wenn du näher an Objekte herangehst: Teerstruktur, Fahrzeugdetails, Trackmarkierungen, Streckenbegrenzungen. Hohe Auflösung, gute Mipmaps und saubere Übergänge sind entscheidend.


Post-Processing & Bildfilter

Post-Processing (PP) – Farbkorrektur, Film-Look, Bloom, Tonemapping, Sharpening etc. – kann entscheidend sein, wie „schön“ ein Sim wirkt, aber auch wie klar.


Anti-Aliasing & Kantenglättung

Kantenglättungstechniken (FXAA, TAA, MSAA, SMAA etc.) sind essenziell, um Treppeneffekte zu reduzieren und ein sauberes Bild zu liefern.


Wetter, Partikeleffekte & Umgebungsdetails

Ein großer Unterschied macht sich in dynamischen Bedingungen: Regen, Spritzwasser, Nebel, Staub, Partikeleffekte, Pfützen, Spritzer am Reifen etc.


Welt- & Streckenobjekte, Hintergrunddetails

Hier zählt die Fülle und Qualität von Tribünen, Umgebungspflanzen, Gebäude, Zuschauer, Reifenschwärme, Streubord etc.


Performance & Framerate-Grafik-Balance

Grafisch beeindruckend zu sein, ist eine Sache – aber wenn du bei 20 FPS fährst, bringt dir das nicht viel. Die Balance zwischen Grafikqualität und Performance ist zentral. Jeder Sim muss Kompromisse eingehen.

SimStärke bei PerformanceSchwäche bei Performance
iRacinggute Skalierbarkeit, stabile Einstellungenbei hohen Settings / VR kann es eng werden
AC / Evomit Modding flexibel, gute Anpassungsmöglichkeitenviele Shader/Filter verlangen viel GPU
ACCsehr attraktiv bei High-End-HardwarePerformanceprobleme bei Regen oder auf schwächeren Systemen
rFactor 2modular und anpassbarhohe Mods & Shader-Pakete fordern starkes System
Project CARSextrem viele Einstellungsmöglichkeitenhohe Grafikmodi fordern Premium-Hardware
AMS2guter Kompromiss aus Detail und Performancemaximaler Detailgrad oft rechenintensiv
RaceRoomstabiler Mittelweg für viele Hardwareklassenweniger Hochglanz-Effekte bei Performancemodus

Skalierbarkeit & Grafikeinstellungen

Ein wichtiger Faktor: Wie viele Optionen bietet dir der Sim, um Grafikqualität und Performance zu balancieren?


Raytracing & moderne Grafikeffekte

Raytracing ist in Rennsimulationen noch nicht allgegenwärtig. Aber wo vorhanden, kann es Reflexionen, Schatten und Licht deutlich verbessern.


Praxisbeispiele & Wahrnehmung in der Community

Damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie sich all das in der Praxis äußert, hier einige Zitate und Erfahrungen aus der Community:

Diese Beispiele zeigen: Der subjektive Eindruck variiert stark, je nach Hardware und Präferenzen. Aber in den meisten Fällen fällt auf: technische Kompromisse, Performancezwänge oder Detaillösungen beeinflussen den Gesamteindruck entscheidend.


Leitfaden: So beurteilst du selbst einen Grafikvergleich SimRacing

Hier eine Checkliste, wie du selbst einen fairen Grafikvergleich zwischen zwei (oder mehreren) SimRacern durchführen kannst:

  1. Wähle gleiche Strecke & Fahrzeugklasse – möglichst identisch oder vergleichbar
  2. Gleiche Kameraeinstellung & Blickwinkel – gleiche Perspektive
  3. Nutze identische Grafikvorgaben (so gut wie möglich)
  4. Vergleiche Beleuchtung zu Tageszeiten & Schattenwurf
  5. Teste Regen / Nässe & Reflexionen bei nasser Fahrbahn
  6. Beobachte, wie Texturen in der Nähe und in der Ferne dargestellt werden
  7. Achte auf Kantenflimmern (Aliasing) & Kantenglättung
  8. Fahre durch visuell reiche Abschnitte (Tribünen, Natur, Gebäude)
  9. Teste mit hohen und niedrigen Grafikoptionen – wie stark verändert sich das Bild?
  10. Beurteile subjektive Faktoren: Klarheit, Bildstimmung, visuelle Ablenkung
  11. Miss Framerate & Performance unter denselben Bedingungen
  12. Teste mit und ohne Post-Processing-Filter, Shader-Mods etc.

Mit diesen Schritten kannst du fundiert beurteilen, welcher Sim für deinen Geschmack und deine Hardware am besten geeignet ist.


Tipps, wie du deine Grafik in Sims bestmöglich herausholst


Fazit: Welcher Sim gewinnt beim Grafikvergleich?

Ein umfassender Grafikvergleich SimRacing zeigt, dass es nicht den „einen“ Sieger gibt – sondern dass verschiedene Simulationen unterschiedliche Prioritäten setzen und Kompromisse eingehen. Hier meine Einschätzung:

Am Ende zählt dein persönlicher Eindruck: Wie empfindest du das Bild bei deinem Setup? Welche Aspekte (Licht, Reflexion, Klarheit) sprechen dich an? Und wie stabil ist die Framerate?

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