Viele Simracer kennen das Gefühl: Das Auto untersteuert plötzlich in schnellen Kurven oder verliert beim Beschleunigen am Kurvenausgang das Heck. Man ändert Reifendruck, Flügel oder Dämpfer – aber nichts bringt wirklich Verbesserung. Die Lösung liegt oft tiefer – und zwar in der Geometrie des Fahrwerks, genauer gesagt bei Sturz und Spur im Simracing.
Diese beiden Parameter bestimmen, wie deine Reifen tatsächlich auf der Strecke aufliegen, wie sie Grip aufbauen, wie stabil dein Fahrzeug ist – und wie lange deine Reifen durchhalten.
Während Sturz (Camber) den Neigungswinkel der Räder beschreibt, beeinflusst Spur (Toe), in welchem Winkel sie zueinander stehen. Beide wirken direkt auf den mechanischen Grip, also die Haftung zwischen Reifen und Asphalt.
Wer Sturz und Spur im Simracing versteht und richtig einstellt, kann:
- den Reifenverschleiß reduzieren,
- die Kurvengeschwindigkeit erhöhen,
- die Balance zwischen Unter- und Übersteuern feinjustieren,
- und das Fahrgefühl massiv verbessern.
In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst, um Sturz und Spur gezielt einzusetzen – mit Praxisbeispielen, Tabellen und konkreten Tipps für ACC, iRacing, F1 24 und Co.
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Kurz-USP
Beschreibung
Jetzt bei Amazon ansehenWas bedeuten Sturz und Spur im Simracing eigentlich?
Sturz (Camber)
Der Sturz beschreibt den Neigungswinkel eines Reifens relativ zur vertikalen Achse.
- Negativer Sturz: Oberseite des Rades ist nach innen geneigt (häufig im Motorsport).
- Positiver Sturz: Oberseite des Rades ist nach außen geneigt (selten, meist bei Nutzfahrzeugen oder Oldtimern).
Im Simracing wird fast immer negativer Sturz verwendet, weil er dafür sorgt, dass die Reifen in Kurven besser auf der Fahrbahn aufliegen.
Spur (Toe)
Die Spur bezeichnet den Winkel, in dem die Räder von oben betrachtet zueinander stehen.
- Toe-In (positive Spur): Räder zeigen leicht nach innen – stabileres Geradeausverhalten.
- Toe-Out (negative Spur): Räder zeigen leicht nach außen – besseres Einlenken, aber instabiler.
Zusammen bilden Sturz und Spur die Grundlage für die Fahrwerksgeometrie – und damit das gesamte Fahrverhalten deines Autos.
Warum Sturz und Spur im Simracing so entscheidend sind
Die Sturz- und Spureinstellungen bestimmen, wie die Reifen mit dem Asphalt interagieren.
Das Ziel ist, die größtmögliche Reifenaufstandsfläche unter realer Belastung zu erreichen – also nicht im Stand, sondern in Bewegung, bei Kurvenfahrt, Beschleunigung und Bremsen.
Sturz – optimaler Kontakt in Kurven
Wenn ein Fahrzeug in eine Kurve fährt, neigt sich die Karosserie.
Ohne negativen Sturz würde die äußere Reifenflanke zu stark belastet, während die innere kaum Kontakt hat.
Negativer Sturz sorgt dafür, dass sich der Reifen in Kurven „aufstellt“ und gleichmäßig aufliegt.
Vorteile von negativem Sturz:
- Mehr Grip in Kurven
- Gleichmäßigere Reifenbelastung
- Weniger Überhitzen der äußeren Reifenkante
Nachteile bei zu viel Sturz:
- Weniger Traktion auf Geraden
- Unruhiges Bremsverhalten
- Ungleichmäßiger Reifenverschleiß
Spur – Kontrolle über Einlenken und Stabilität
Die Spur beeinflusst, wie „ruhig“ oder „aggressiv“ dein Auto reagiert.
Eine kleine Spurveränderung kann das Einlenkverhalten komplett verändern.
Vorteile von Toe-Out (Vorderachse leicht nach außen):
- Schnelleres Einlenken
- Präziseres Kurvenverhalten
Nachteile:
- Weniger Stabilität auf Geraden
- Höherer Reifenverschleiß
Vorteile von Toe-In (leicht nach innen):
- Ruhigeres Fahrverhalten
- Mehr Stabilität beim Bremsen und Beschleunigen
Nachteile:
- Träges Einlenken
- Etwas weniger Kurvengeschwindigkeit
Wie Sturz und Spur im Simracing zusammenarbeiten
Sturz und Spur beeinflussen sich gegenseitig.
Ein optimaler Sturzwinkel bringt nur dann Vorteile, wenn die Spur dazu passt – sonst „reibt“ der Reifen und nutzt sich ungleichmäßig ab.
| Kombination | Wirkung auf Fahrverhalten | Geeignet für |
|---|---|---|
| Viel negativer Sturz + Toe-Out vorne | Sehr agiles Einlenken, hohe Kurvengeschwindigkeit, aber instabil auf Geraden | Qualifying-Setups, High-Downforce-Strecken |
| Moderater Sturz + leichte Toe-In hinten | Stabil beim Beschleunigen, gut kontrollierbar | Langstreckenrennen |
| Wenig Sturz + neutrale Spur | Weniger Grip, aber geringerer Reifenverschleiß | Highspeed-Strecken wie Monza |
| Asymmetrische Kombination (mehr Sturz vorn) | Bessere Vorderachsreaktion, kontrolliertes Heck | Balanced Race Setup |
Einfluss auf Untersteuern und Übersteuern
Die Sturz- und Spureinstellungen gehören zu den wichtigsten Werkzeugen, um die Balance zwischen Unter- und Übersteuern zu kontrollieren.
Wenn das Auto untersteuert (Front schiebt über die Strecke)
- Ursache: Zu wenig negativer Sturz vorne oder zu viel Toe-In.
- Lösung:
- Mehr negativen Sturz vorne.
- Spur vorne leicht Richtung Toe-Out ändern.
Wenn das Auto übersteuert (Heck bricht aus)
- Ursache: Zu viel negativer Sturz hinten oder zu viel Toe-Out an der Hinterachse.
- Lösung:
- Weniger negativen Sturz hinten.
- Spur hinten leicht Richtung Toe-In ändern.
Wenn das Auto auf Geraden instabil ist
- Ursache: Zu viel Toe-Out insgesamt.
- Lösung:
- Spur vorne neutralisieren oder leicht Toe-In.
Diese kleinen Anpassungen haben oft größere Wirkung als jede Aero-Änderung.
Praxisbeispiel: Sturz und Spur im Simracing richtig einstellen
Angenommen, du fährst in Assetto Corsa Competizione einen GT3 auf Spa.
Nach einigen Runden fällt dir auf:
- Das Auto untersteuert beim Einlenken in Blanchimont.
- Die Vorderreifen werden außen zu heiß.
Analyse:
→ Zu wenig negativer Sturz vorne.
Anpassung:
- Front-Sturz von –3.0° auf –3.6° erhöhen.
- Spur vorne leicht auf –0.08° Toe-Out einstellen.
Ergebnis:
- Auto lenkt deutlich präziser ein.
- Reifentemperatur gleichmäßiger verteilt.
- Schnellere, stabilere Kurvenfahrten.
Der Einfluss auf Reifentemperaturen und Verschleiß
Eine falsche Sturz- und Spureinstellung erkennst du oft an den Reifentemperaturen.
Temperaturauswertung (nach einigen Runden)
| Position | Ideal | Zu viel Sturz | Zu wenig Sturz |
|---|---|---|---|
| Innenkante | etwas wärmer (3–5 °C) | deutlich heißer (10+ °C Unterschied) | zu kalt |
| Außenkante | leicht kühler | sehr kalt (wenig Grip) | überhitzt |
Wenn die Innenseite deutlich heißer ist, nutzt du zu viel negativen Sturz.
Sind die Außenseiten überhitzt, fehlt negativer Sturz.
Spur-Effekt:
- Zu viel Toe-Out → erhöhter Reifenverschleiß, besonders innen.
- Zu viel Toe-In → mehr Rollwiderstand, aber gleichmäßige Temperaturen.
Ziel:
Gleichmäßige Temperaturverteilung über die gesamte Reifenfläche = maximaler Grip.
Unterschiedliche Setups für verschiedene Fahrzeugtypen
GT3 / GT4 Fahrzeuge
- Hoher Downforce, harte Reifen → mehr negativer Sturz vorne (–3.0° bis –3.8°).
- Leichte Toe-Out vorne für präzises Einlenken (–0.08° bis –0.12°).
- Hinten moderater Sturz (–2.0° bis –2.6°) und leicht Toe-In (+0.05° bis +0.10°).
Formelwagen
- Extreme Aero-Last → sehr negativer Sturz (–3.5° bis –4.5°).
- Spur vorne meist neutral bis leicht Toe-Out, hinten immer leicht Toe-In.
Tourenwagen
- Weniger Aero → geringere Sturzwerte (–2.0° bis –2.5°).
- Spur vorne oft neutral, hinten leicht Toe-In für Stabilität.
Straßenfahrzeuge
- Meist konservative Einstellungen:
- Sturz vorne –1.5° bis –2.0°, hinten –1.0° bis –1.5°.
- Spur neutral oder leicht Toe-In.
Streckenabhängige Anpassung von Sturz und Spur
High-Speed-Strecken (Monza, Paul Ricard)
- Weniger negativer Sturz für maximale Topspeed.
- Geringer Rollwiderstand durch neutrale Spur.
- Fokus auf Stabilität auf Geraden.
Kurvenreiche Strecken (Hungaroring, Zandvoort)
- Mehr negativer Sturz vorne für maximalen Kurvengrip.
- Spur vorne leicht Toe-Out, hinten leicht Toe-In.
Unebene Strecken (Sebring, Nürburgring Nordschleife)
- Etwas weniger Sturz für bessere Aufstandsfläche auf Bodenwellen.
- Spur minimal Toe-In für Stabilität.
Regen-Setups
- Weniger negativer Sturz, da weniger Seitenkräfte auftreten.
- Toe-In leicht erhöhen, um sanfteres Fahrverhalten zu fördern.
Der Einfluss auf Bremsen und Beschleunigen
Beim Bremsen
Ein zu großer negativer Sturz reduziert die Kontaktfläche beim Geradeausbremsen.
→ Bremswege werden länger, das Auto kann nervös werden.
Lösung:
- Weniger negativen Sturz vorne.
- Spur leicht Toe-In, um Stabilität zu erhöhen.
Beim Beschleunigen
Wenn das Heck zu viel negativen Sturz hat, verlieren die Hinterreifen Traktion.
→ Auto kann aus Kurven ausbrechen.
Lösung:
- Hinterachse leicht weniger Sturz.
- Toe-In hinten erhöhen für Traktionsstabilität.
Vergleichstabelle: Auswirkungen von Sturz und Spur
| Einstellung | Wirkung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Mehr negativer Sturz | Mehr Grip in Kurven | Höhere Kurvengeschwindigkeit | Weniger Grip auf Geraden |
| Weniger negativer Sturz | Größere Aufstandsfläche auf Geraden | Bessere Traktion beim Beschleunigen | Geringerer Kurvengriff |
| Mehr Toe-Out vorne | Besseres Einlenken | Agiles Handling | Unruhig auf Geraden, mehr Verschleiß |
| Mehr Toe-In hinten | Stabileres Heck | Ruhiges Beschleunigen | Etwas träger in Richtungswechseln |
Praxis-Tipps für die Setup-Arbeit
- Ändere nur eine Variable gleichzeitig.
→ So erkennst du, was tatsächlich wirkt. - Beobachte Reifentemperaturen über mehrere Runden.
→ Erst ab stabiler Temperatur kannst du korrekt bewerten. - Verwende Datenanalyse-Tools (z. B. MoTeC oder RST).
→ Zeigt präzise, ob der Reifen gleichmäßig arbeitet. - Teste Setup-Veränderungen in Kurventypen.
→ Schnelle, langsame und gemischte Kurven zeigen unterschiedliche Effekte. - Passe Werte an deinen Fahrstil an.
- Aggressiver Fahrer → mehr Sturz vorne, leicht Toe-Out.
- Sanfter Fahrer → weniger Sturz, eher neutrale Spur.
- Notiere jede Änderung.
→ Eine gute Setup-Historie hilft, Muster zu erkennen.
Typische Fehler bei Sturz und Spur im Simracing
- Zu viel negativer Sturz vorne.
→ Überhitzt die Innenkante, weniger Grip auf Geraden. - Zu wenig Sturz hinten.
→ Schlechte Traktion beim Beschleunigen. - Zu großer Toe-Out vorne.
→ Instabilität auf Highspeed-Geraden. - Asymmetrische Einstellungen ohne Grund.
→ Führt zu unvorhersehbarem Verhalten. - Fehlende Anpassung an Reifendruck oder Aero.
→ Sturzwerte verändern sich mit Reifenhöhe und Abtrieb!
Beispiel-Setup für GT3 (ACC)
| Parameter | Vorderachse | Hinterachse |
|---|---|---|
| Sturz | –3.4° | –2.4° |
| Spur | –0.10° (Toe-Out) | +0.08° (Toe-In) |
| Ergebnis | Präzises Einlenken, stabile Kurvenausgänge, gleichmäßiger Verschleiß |
Erklärung:
Dieses Setup eignet sich gut für Strecken wie Spa oder Imola – viel Downforce, viele Richtungswechsel.
Wie Sturz und Spur mit anderen Setup-Elementen zusammenhängen
- Reifendruck:
Niedriger Druck → mehr Reifenaufstandsfläche → Sturz wirkt stärker.
Hoher Druck → weniger Aufstandsfläche → Sturz verliert Effekt. - Federhärte und Dämpfer:
Weiches Fahrwerk → mehr Rollbewegung → mehr dynamischer Sturz.
Hartes Fahrwerk → weniger Rollbewegung → weniger Sturzeffekt. - Aero:
Mehr Abtrieb = mehr Reifenkraft → Sturz kann leicht reduziert werden. - Temperatur und Wetter:
Kalte Bedingungen → mehr Sturz nötig.
Heiße Bedingungen → weniger Sturz, um Überhitzung zu vermeiden.
Häufige Fragen zu Sturz und Spur im Simracing
1. Wie stark darf der Unterschied zwischen Vorder- und Hinterachse sein?
→ In GT3-Fahrzeugen meist 1,0–1,5° Unterschied zwischen Front und Heck.
2. Ändert sich der Sturz beim Fahren?
→ Ja! Durch Rollbewegung und Aero-Kräfte verändert sich der „dynamische Sturz“.
3. Welche Rolle spielt der Fahrstil?
→ Aggressive Fahrer benötigen oft mehr Sturz und Toe-Out, um das schnelle Einlenken zu kompensieren.
4. Warum nutzen Profis asymmetrische Werte?
→ Auf Strecken mit überwiegend Rechtskurven (z. B. Brands Hatch) kann der linke Sturz leicht abweichen, um die Reifen gleichmäßiger zu belasten.
Fazit: Sturz und Spur im Simracing – die unsichtbaren Performance-Booster
Die Sturz und Spur im Simracing sind kein Detail – sie sind die Basis deines Handlings, deines Reifenverhaltens und deiner Konstanz auf der Strecke.
Wer diese Parameter versteht, kann sein Setup gezielt auf Grip, Stabilität oder Langlebigkeit ausrichten – und so entscheidende Zehntel finden, die kein Aero-Tuning je kompensiert.
Kurz zusammengefasst:
- Mehr negativer Sturz → mehr Kurvengriff, aber weniger Geradeausstabilität.
- Mehr Toe-Out → besseres Einlenken, aber mehr Verschleiß.
- Mehr Toe-In → stabileres Heck, ruhigeres Fahrverhalten.
Mit einem ausgewogenen Verhältnis erreichst du das perfekte Gleichgewicht zwischen Aggressivität und Kontrolle – genau das, was im Simracing den Unterschied zwischen guten und großartigen Fahrern ausmacht.
Also: Nimm dir Zeit, beobachte deine Reifen, experimentiere mit kleinen Änderungen – und du wirst spüren, wie dein Auto lebendiger, präziser und schneller wird.
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